Hans Stadlmair
(*1929)
Hans Stadlmair, 1929 in Neuhofen an der Krems in Oberösterreich geboren, erhielt seine musikalische Ausbildung in den ersten Nachkriegsjahren in Wien. 1952 ging er zu Professor Johann Nepomuk David nach Stuttgart, um sich dort ganz dem Kompositionsstudium zu widmen. Dieser großen Persönlichkeit verdankt er bis heute seine dienende Grundhaltung zu den Werken der Meister wobei er an sich selbst die Forderung stellt, dessen Werten gerecht zu werden. In Stuttgart boten sich auch die ersten Möglichkeiten, als Dirigent zu wirken, zunächst als Chorleiter, mit der Zeit dank zunehmender Erfahrung mit Messen und Oratorien auch als Orchesterleiter. Nahezu vier Jahrzehnte, von 1956 bis 1995, war Hans Stadlmair künstlerischer Leiter des Münchner Kammerorchesters. Mit diesem Ensemble hat er die ganze Welt bereist, mehr als 4000 Konzerte gegeben und zahlreiche Rundfunkaufnahmen geleitet, viele davon als Co-Produktionen mit Schallplattenfirmen.
Als Komponist hat er außer für die Oper – für alle Gattungen der Musik eine ansehnliche Zahl von Werken geschrieben, die im Konzertleben viele Aufführungen erlebten. Hans Stadlmair wurden zahlreiche Ehrungen zuteil, darunter die Verleihung der Medaille »München leuchtet«, das Bundesverdienstkreuz am Bande und zuletzt des Münchner Musikpreises 1994.
Werke für Saxophon im THIASOS Musikverlag
Zu seiner Monodie für Saxophon schrieb Hans Stadlmair: »Von John Coltrane ist uns in seinem Love Supreme folgender Satz enthalten: '… Gott atmet durch uns so vollständig – und doch so zart, daß wir es kaum spüren …'. Diesem Musiker, welcher durch alle Höhen und Tiefen seines Lebens zu solcher aussage kam, habe ich mit dieser Monodie meine Referenz erwiesen – quasi ein Nachruf aus Unvermögen, ein Aufschrei(!) und eine in Melancholie ausklingende Totenklage.«
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Das 1996 komponierte Werk »Saxophonia. Introduktion und Passacaglia für Saxophon-Orchester und Schlagzeug« wurde 1997 durch das Südwestdeutsche Saxophon-Kammermorchester unter Leitung des Komponisten in Darmstadt mit großem Erfolg aufgeführt. Das Darmstädter Echo schrieb: »Akademie der Tonkunst: Stadlmair dirigiert eigene Uraufführung … ein sinfonieähnliches Werk für 16 Saxophone … sowie Schlagzeug, das in der Spannweite seiner musikalischen Ausdruckskraft und dem Figurenreichtum trotz der Beschränkung auf nur zwei verschiedene instrumentengruppen den Aussagemöglichkeiten einer Sinfonie in nichts nachsteht. … Hans Stadlmair als Dirigent verstand es, die Kraft des gesamten Ensembles (Südwestdeutsche Saxophon-Kammerorchester) überzeugend zu entfesseln.«
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